DIE IDEE
Wie ist es eigentlich zur "ARCHE" - Idee gekommen? Und warum wollen wir ausgerechnet eine Arche bauen?
Nun, das war so....
Die Geschichte der Idee
Am Anfang: Da kommt (irgend)- was
Regelmäßig treffen sich die Verbandsebene und die Hauptberuflichen der Evangelischen Jugend München und des BDKJ in der Region München zu einem kollegialen Austausch.
Schon lange bevor ein Thema für den DÖKT 2010 festgelegt wurde, haben wir dabei über die Herausforderungen und Chancen eines zweiten ökumenischen Kirchentages in München gesprochen. Je näher dieses große Ereignis rückte, desto schwieriger erschien es uns, die Strukturen, Entscheidungswege und die konkrete Gestalt zu begreifen. Wer ist zuständig für was? Wann werden die Orte und Konturen des Kirchentages 2010 klarer werden? Usw.
Auf der anderen Seite wussten wir aber auch, wie wichtig eine rechtzeitige Planung für die Einbindung von Jugendlichen und besonders der Ehrenamtlichen sein würde. Schließlich hatten wir im Rahmen der Bundesgartenschau 2005 und der Männer-Fußball WM 2006 erste Erfahrungen gesammelt.
Als ständigen Tagesordnungspunkt sprachen wir also wie in einem "Nebel" vom "Kirchentag 2010", stocherten dabei jedoch unkonkret und zunehmend lustloser in dieser "Themenwolke" herum.
Ein befreiender Wind: Unser gemeinsamer Auftrag
Endlich wehte in eines unserer Treffen Ende des Jahres 2007 ein befreiender und begeisternder Geist.
Wenn wir schon nicht den Rahmen und die Strukturen abschätzen konnten, so wollten wir doch die Inhalte und Ziele aus der Sicht der kirchlichen Jugendarbeit formulieren und möglichst konkret weiterentwickeln. Was ist unser Auftrag und was wollen wir für die Jugendarbeit erreichen? Lieber etwas konkretes umsetzen, um die jungen Menschen mit auf den Weg zu nehmen, als endlos im Ungewissen zu bleiben.
So sammelten wir Ziele, Wünsche und Themen, die wir in der eigenen Praxis aus der Arbeit mit Jugendlichen als aktuell erfahren hatten:
- Jugendliche erleben, dass das Leben bedroht und die eigene Zukunft ungewiss ist. (Arbeitsmarktsituation, Bildungssystem, Frieden auf der Welt, soziale Gerechtigkeit, Bedrohung der Schöpfung - Klimawandel)
Jugendliche möchten Orientierung für ihr eigenes Leben gewinnen – gerade in einer mit Sinnangeboten so angefüllten Großstadt wie München.
- Wir wollen als christliche Jugend jungen Menschen weitergeben, dass christlicher Glaube ein Angebot zur Orientierung für den /die Einzelne und für die Gesellschaft sein kann.
- Wir wollen als katholischer und Evangelischer Jugendverband von Anfang an gemeinsam einen Weg zum Ökumenischen Kirchentag 2010 gehen, und so Ökumene konkret für den Kirchentag 2010 bereits auf dem Weg dorthin umsetzen.
- Wir sehen in einem "ökumenischen Weg" unseren Vorteil und auch unseren kirchlichen Auftrag als Jugendverbände gegenüber traditionellen kirchlichen Strukturen, die nicht so flexibel sein können.
- Wir möchten ein nachhaltiges und bleibendes ökumenisches Zeichen setzen, das als bleibende ökumenische Verheißung und Mahnung über den Kirchentag hinaus in München wirkt.
- Wir wollen unsere Kräfte auf ein gemeinsames, großes Projekt konzentrieren und uns nicht in einer Vielzahl von kleinen Projekten verlieren. Nur so kann etwas entstehen, das über sich hinauszeigt und einladend wirkt.
Die Idee: Ein Stück "Urgeschichte"
Ausgehend von der Bedrohtheit der Schöpfung, dem Ansteigen der Meeresspiegel und der Frage, worauf wir unsere Zukunft setzen können, gelangten wir so ganz rasch zur biblischen Erzählung der "Arche-Noah".
Stehen wir derzeit nicht vor einer "bedrohlichen" Gesamtlage? Stehen wir nicht an ähnlichen Grenzen in unserer Gesellschaft? Ist die bleibende Verheißung Gottes nicht die richtige Antwort in einer unsicheren Zukunft?
In diesem Teil der sogenannten "Urgeschichte" der Bibel fanden wir alle wichtigen und aktuellen Themen (s.o.) wieder.
Es geht um die Geschichte Gottes mit den Menschen- eine Glaubensgeschichte also.
Es geht darum, dass das Leben nicht ein einem "Idealbild" existiert- weder vor der Sintflut, noch danach. In der Erzählung wird der Perspektiv-Wechsel deutlich, um den es uns als christliche Botschaft geht: Gott steht zu seiner Schöpfung in ihrer Ambivalenz. Dafür steht der "Bogen Gottes" in den Wolken als Zeichen. Die Zusage von Saat und Ernte, von Sommer und Winter zeigt, dass es nichts gibt, das vom Segen Gottes ausgeschlossen bleibt. Aber nicht, weil sich die Menschheit verändert hätte, sondern weil Gott dies so zusagt.
In ihrer Ambivalenz von Bewahrung und Vernichtung, von Begrenztheit des Lebens und der Kraft Gottes entzieht sich diese Erzählung einer einseitigen Vereinnahmung. Vielmehr lädt diese in vielen Farben schillernde Erzählung zu einer eigenen Aneignung und Deutung ein.
Die Erzählung von der ARCHE Noah verbindet ja sogar Christentum und Islam.
Zudem bietet das Symbol der "ARCHE" eine hervorragende konkrete Umsetzungsmöglichkeit.
Die ARCHE wird als Symbol in vielfältiger Weise adaptiert und gedeutet. Zahlreiche Marken und Firmen werben mit der ARCHE als Symbol für Nachhaltigkeit und umweltgerechter Technik. Darum sollten wir als Christinnen und Christen diese ARCHE (wieder) selbst deuten und mit unserem Profil besetzen.
Schon in unserer kleinen Runde sprudelten in der ersten lebhaften Sammlung existentielle Themen, kreative Umsetzungsmöglichkeiten und Ideen in großer Fülle hervor. Die biblische Erzählung bot eine große Fläche, um aktuelle Themen und Fragestellungen aufzunehmen und aktuell auf einem biblischen Hintergrund zu diskutieren und zu deuten.
Der "Knoten" war geplatzt und wir spürten, dass dieses Treffen von einem ganz besonderen Geist mitgetragen worden war.
So beschlossen wir, dass die Erzählung der Arche und das konkrete Symbol jene Fläche bieten sollten, auf deren Hintergrund wir Jugendliche einladen wollen, den Weg zum und die Zeit auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 zu gestalten.
Von möglichen Finanzierungen, Projektmitteln und Anträgen, von Gremien und sonstigen Strukturen eines Kirchentages wussten wir zu dieser Zeit (Gott sei Dank) noch nichts.
Der Beschluss: Nägel mit Köpfen
In den folgenden Tagen sicherten wir uns den Namen für eine entsprechende Homepage (ARCHE 2010). Wir vereinbarten zunächst einen Zeitraum der Stille über unserer Idee zu bewahren und nur in einzelnen Gesprächen die Idee zu diskutieren und zu überprüfen, ob diese Idee überhaupt begeistern konnte. Als nächster Schritt wurde die Idee den Jugendverbänden vorgestellt und in beiden Verbänden darüber abgestimmt, ob die "ARCHE 2010" unseren gemeinsamen Weg bestimmen sollte.
Die Idee erwies sich als tragfähig. Alle Menschen, die davon hörten, waren begeistert.
Und so beschlossen auch beide Jugendverbände (EJM und BDKJ) in ihren Vollversammlungen, das Projekt ARCHE 2010 gemeinsam für den ökumenischen Kirchentag zu entwickeln und um zu setzen.
Unsere ökumenische "ThinkTank"- Runde sieht sich dabei als Vermittlerin der Idee zu denen, die diese Idee gestalten und umsetzen.
Die gewünschte Einbindung junger Menschen in alle Phasen hat eine gewisse "Offenheit" in der Planung zur Folge. Das ist nicht einfach auszuhalten- doch nur so können alle, die Ideen haben und and er Umsetzung beteiligten möchten auch wirklich mitgestalten.
Im Einvernehmen mit dem BDKJ wurde unser Referent für Großstadtprojekte, Diakon Tom Rausch, mit der Projektleitung beauftragt.





